WordPress Benutzer sperren und entfernen
WordPress kennt nur zwei Zustände: Konto vorhanden oder gelöscht. Eine Sperre dazwischen gibt es mit Bordmitteln nicht. Diese Anleitung zeigt vier Wege, einem Konto den Zugang zu entziehen, und wie Sie dabei die Inhalte behalten.
Sperren oder löschen?
Die Frage entscheidet sich daran, ob das Konto später noch gebraucht wird. Löschen ist endgültig, das Konto ist weg und mit ihm alle Profildaten. Sperren heißt, der Zugang funktioniert nicht mehr, das Konto bleibt aber bestehen.
WordPress bietet dafür von Haus aus nur das Löschen an. Eine echte Sperre kennt das System nicht. In der Praxis brauchen Sie sie trotzdem regelmäßig: bei einer Elternzeit, bei einem gekündigten Mitarbeiter, dessen Beiträge noch geprüft werden, oder bei einem Konto, das auffällig geworden ist.
Für diese Fälle gibt es drei Behelfslösungen mit Bordmitteln und eine saubere mit Plugin. Was wann passt, klärt die folgende Übersicht. Den größeren Zusammenhang beschreibt der Überblick zur WordPress Benutzerverwaltung.
| Weg | Konto bleibt | Inhalte bleiben | Umkehrbar | Passt bei |
|---|---|---|---|---|
| Rolle auf Abonnent | ja | ja | ja | Pause, Rechteentzug |
| Passwort ändern | ja | ja | ja | Sofortmaßnahme bei Verdacht |
| E-Mail ändern und Passwort neu setzen | ja | ja | ja | Ausgeschiedene Mitarbeiter |
| Plugin zum Deaktivieren | ja | ja | ja | regelmäßiger Bedarf |
| Konto löschen | nein | nur mit Zuordnung | nein | endgültiges Ausscheiden, Spam |
Weg 1: Rechte entziehen statt sperren
Der einfachste Weg mit Bordmitteln. Setzen Sie die Rolle auf Abonnent, dann kann sich die Person zwar noch anmelden, sieht im Backend aber nur ihr eigenes Profil.
- Benutzer > Alle Benutzer öffnen.
- Beim gewünschten Konto auf Bearbeiten klicken.
- Im Feld Rolle auf Abonnent wechseln und speichern.
Für mehrere Konten gleichzeitig setzen Sie die Häkchen in der Liste, wählen im Auswahlfeld über der Tabelle die Rolle und bestätigen mit Ändern. Beim Aufräumen einer gewachsenen Installation ist das der schnellste Weg.
Diese Variante ist jederzeit umkehrbar und verliert nichts. Sie ist allerdings keine echte Sperre: Die Anmeldung funktioniert weiterhin.
Weg 2: Passwort ändern
Wenn es schnell gehen muss, etwa bei einem Verdacht auf einen kompromittierten Zugang, setzen Sie einfach ein neues Passwort. Öffnen Sie das Profil des Kontos, klicken Sie auf Neues Passwort erstellen und speichern Sie, ohne das neue Passwort weiterzugeben.
Ein Haken bleibt: Die Person kann über Passwort vergessen ein neues anfordern, solange die hinterlegte E-Mail-Adresse ihr gehört. Deshalb der nächste Weg.
Weg 3: E-Mail-Adresse tauschen
Die belastbarste Variante ohne Plugin. Ändern Sie im Profil die hinterlegte E-Mail-Adresse auf eine, die Sie kontrollieren, und setzen Sie danach ein neues Passwort.
Damit ist der Zugang dicht: Die Person kennt das Passwort nicht und kann auch keines anfordern, weil die Mail bei Ihnen landet. Das Konto und alle Inhalte bleiben unangetastet.
Notieren Sie sich die ursprüngliche Adresse, falls das Konto später reaktiviert werden soll. Ergänzen Sie im Feld für den öffentlichen Namen einen Hinweis wie „inaktiv“, dann ist in der Liste sofort erkennbar, was Sache ist.
Weg 4: Konto per Plugin deaktivieren
Wenn Sie regelmäßig Konten stilllegen müssen, lohnt eine Erweiterung. Plugins für diesen Zweck ergänzen die Benutzerliste um einen Schalter zwischen aktiv und deaktiviert.
Ein deaktiviertes Konto kann sich nicht mehr anmelden und bekommt beim Versuch eine Meldung angezeigt, deren Text sich meist anpassen lässt. Alle Daten bleiben erhalten, ein Klick reaktiviert das Konto.
Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass die Erweiterung aktiv gepflegt wird und mit Ihrer WordPress-Version arbeitet. Ein Plugin, das in die Anmeldung eingreift, sollte gepflegt sein. Worauf zu achten ist, steht bei den WordPress Sicherheits-Plugins.
Konto löschen und Inhalte behalten
Beim Löschen stellt WordPress eine entscheidende Frage, die viele zu schnell wegklicken: Was soll mit den Beiträgen des Kontos geschehen?
- Benutzer > Alle Benutzer öffnen und beim Konto auf Löschen klicken.
- Auf der folgenden Seite Alle Inhalte diesem Benutzer zuordnen auswählen.
- Im Auswahlfeld das Konto angeben, das die Beiträge übernehmen soll.
- Mit Löschen bestätigen abschließen.
Wählen Sie stattdessen die erste Option, verschwinden die Beiträge mit dem Konto. Rückgängig machen lässt sich das nur über ein Backup.
Ein Detail am Rande: Medien werden bei diesem Vorgang nicht immer sauber übertragen. Prüfen Sie nach dem Löschen stichprobenartig, ob Bilder in älteren Beiträgen noch erscheinen.
Aufräumen mit System
Bei einer gewachsenen Installation kommen schnell Dutzende Konten zusammen, von denen die Hälfte niemand mehr kennt. Ein Durchgang in vier Schritten bringt Ordnung.
- Nach Rolle filtern. Beginnen Sie bei den Administratoren. Jedes Konto dort, das Sie nicht sofort zuordnen können, ist ein Fall zum Nachfragen.
- Nach letzter Aktivität sortieren. WordPress zeigt das nicht von sich aus. Ein Plugin für Aktivitätsprotokolle oder ein Blick auf die zuletzt verfassten Beiträge hilft weiter.
- Spam-Konten entfernen. Bei offener Registrierung sammeln sich Abonnenten mit auffälligen Adressen an. Die können Sie über die Mehrfachauswahl in einem Rutsch löschen.
- Rest herunterstufen. Alles, was unklar ist, kommt vorerst auf Abonnent. Meldet sich in drei Monaten niemand, kann es weg.
Machen Sie vorher ein Backup der Datenbank. Beim Löschen von Konten mit Inhalten geht ohne Zuordnung schnell etwas verloren.
Der Durchgang gehört einmal im Quartal in den Kalender. Er ist Teil der laufenden WordPress Sicherheit, denn ein vergessenes Administratorkonto mit altem Passwort ist ein reales Risiko.
Häufige Fragen
Mit Bordmitteln nicht direkt. WordPress kennt nur vorhandene und gelöschte Konten. Als Behelf ändern Sie die hinterlegte E-Mail-Adresse und setzen ein neues Passwort, dann ist der Zugang dicht. Für regelmäßigen Bedarf gibt es Plugins, die einen echten Schalter zwischen aktiv und deaktiviert ergänzen.
WordPress fragt beim Löschen, ob die Inhalte mit entfernt oder einem anderen Konto zugeordnet werden sollen. Wählen Sie die Zuordnung, sonst sind die Beiträge weg. Rückgängig machen lässt sich das nur über ein Backup.
Als Sofortmaßnahme ja, dauerhaft nein. Solange die hinterlegte E-Mail-Adresse der Person gehört, kann sie sich über die Funktion für vergessene Passwörter ein neues setzen. Ändern Sie deshalb zusätzlich die Adresse.
Setzen Sie die Rolle auf Abonnent. Die Person kann sich weiterhin anmelden, sieht aber nur ihr eigenes Profil und kann nichts mehr bearbeiten. Für mehrere Konten gleichzeitig funktioniert das über die Mehrfachauswahl in der Benutzerliste.
In der Benutzerliste nach der Rolle Abonnent filtern, die betroffenen Konten markieren und über die Mehrfachaktion löschen. Prüfen Sie vorher, ob wirklich keine Inhalte daran hängen. Schalten Sie danach die offene Registrierung ab, falls Sie sie nicht brauchen.
Am selben Tag den Zugang entziehen. Der saubere Ablauf: E-Mail-Adresse auf eine interne ändern, neues Passwort setzen, Rolle auf Abonnent herunterstufen. Sobald geklärt ist, dass nichts mehr gebraucht wird, das Konto löschen und die Beiträge einem anderen zuordnen.
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