WordPress Benutzerrollen im Überblick
Fünf Rollen, klar abgestufte Rechte. Wer weiß, was Redakteur, Autor und Mitarbeiter unterscheidet, vergibt Berechtigungen in Sekunden statt sie einzeln zusammenzustellen. Diese Übersicht zeigt alle Rollen und wie Sie eigene anlegen.
Wie das Rollensystem funktioniert
WordPress unterscheidet zwischen Rollen und Berechtigungen. Eine Berechtigung ist eine einzelne Erlaubnis, etwa Beiträge veröffentlichen oder Plugins aktivieren. Eine Rolle bündelt mehrere davon zu einem Paket. Jedes Konto bekommt genau eine Rolle.
Der Vorteil liegt in der Praxis. Sie müssen niemandem einzeln erlauben, Bilder hochzuladen oder Kommentare freizugeben. Sie wählen eine Rolle, und der Rest ergibt sich. Der Nachteil: Die fünf Standardrollen sind fest verdrahtet und lassen sich im Backend nicht anpassen.
Die Rollen bauen aufeinander auf. Jede höhere kann alles, was die darunter kann, und einiges mehr. Wo Ihre Konten am besten einsortiert sind, klärt der Überblick zur WordPress Benutzerverwaltung.
Die fünf Standardrollen
Administrator
Vollzugriff auf alles: Inhalte, Design, Plugins, Einstellungen und Benutzer. Der Generalschlüssel.
Redakteur
Verwaltet alle Inhalte, auch fremde, und moderiert Kommentare. An Technik und Benutzer kommt er nicht.
Autor
Schreibt und veröffentlicht eigene Beiträge, darf Medien hochladen. Fremde Inhalte bleiben tabu.
Mitarbeiter
Schreibt eigene Entwürfe, veröffentlicht sie aber nicht selbst. Kann keine Medien hochladen. Gedacht für Gastautoren.
Abonnent
Verwaltet nur das eigene Profil. Sinnvoll für Mitgliederbereiche und geschützte Inhalte.
Wer darf was: die Rechte im Vergleich
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Berechtigungen je Rolle.
| Berechtigung | Admin | Redakteur | Autor | Mitarbeiter | Abonnent |
|---|---|---|---|---|---|
| Eigene Beiträge schreiben | ja | ja | ja | ja | nein |
| Eigene Beiträge veröffentlichen | ja | ja | ja | nein | nein |
| Fremde Beiträge bearbeiten | ja | ja | nein | nein | nein |
| Seiten verwalten | ja | ja | nein | nein | nein |
| Medien hochladen | ja | ja | ja | nein | nein |
| Kommentare moderieren | ja | ja | nein | nein | nein |
| Kategorien verwalten | ja | ja | nein | nein | nein |
| Themes und Menüs ändern | ja | nein | nein | nein | nein |
| Plugins verwalten | ja | nein | nein | nein | nein |
| Benutzer verwalten | ja | nein | nein | nein | nein |
| Einstellungen ändern | ja | nein | nein | nein | nein |
| Eigenes Profil bearbeiten | ja | ja | ja | ja | ja |
Die Sprünge liegen an zwei Stellen. Zwischen Mitarbeiter und Autor entscheidet sich, ob jemand selbst veröffentlichen darf. Zwischen Redakteur und Administrator entscheidet sich, ob jemand an die Technik kommt. Genau dort sollten Sie bei der Rollenvergabe hinschauen.
Der Super-Admin im Netzwerk
Betreiben Sie mehrere Websites in einem Netzwerk, kommt eine sechste Rolle dazu. Der Super-Admin verwaltet das gesamte Netzwerk und ist der Einzige, der Seiten anlegen sowie Themes und Plugins installieren darf.
Ein Administrator einer Einzelseite verliert im Netzwerkbetrieb einen Teil seiner Rechte. Er verwaltet weiterhin Inhalte und Benutzer seiner Seite, die Menüpunkte zum Installieren von Erweiterungen fehlen ihm aber. Wie das Netzwerk aufgebaut ist, steht unter WordPress Multisite einrichten.
Rolle zuweisen und ändern
Öffnen Sie Benutzer > Alle Benutzer, klicken Sie auf den Namen und wählen Sie im Profil die neue Rolle. Speichern, fertig. Die Änderung greift sofort, auch wenn die Person gerade angemeldet ist.
Für mehrere Konten auf einmal setzen Sie die Häkchen in der Liste, wählen im Auswahlfeld über der Tabelle die Rolle und bestätigen mit Ändern. Praktisch beim Aufräumen, wenn zwanzig Konten von Administrator auf Abonnent sollen.
Die Standardrolle festlegen
Unter Einstellungen > Allgemein steht, welche Rolle neu registrierte Konten bekommen. Der Vorgabewert ist Abonnent, und dabei sollte es bleiben. Steht dort etwas anderes und ist gleichzeitig die Selbstregistrierung aktiv, kann sich jeder Besucher Schreibrechte holen.
Rollen im WooCommerce-Betrieb
Ein Shop bringt eigene Rollen mit. Kunde entspricht in etwa einem Abonnenten mit Zugriff auf die eigenen Bestellungen. Shop-Manager liegt zwischen Redakteur und Administrator: Er verwaltet Produkte, Bestellungen und Berichte, kommt aber nicht an Plugins und Einstellungen.
Diese Rollen werden bei der Installation angelegt und bleiben auch dann bestehen, wenn die Erweiterung später deaktiviert wird. Wer aufräumt, sollte das im Blick behalten.
Eigene Rollen anlegen und Rechte anpassen
Die fünf Standardrollen decken viel ab, aber nicht alles. Ein typischer Fall: Jemand soll Seiten pflegen und Menüs ändern, aber keine Plugins anfassen. Dafür gibt es keine passende Rolle, weil Menüs zum Administrator gehören.
Solche Fälle lösen Sie mit einer Erweiterung. Plugins für die Rollenverwaltung erlauben es, bestehende Rollen zu bearbeiten, einzelne Berechtigungen zu vergeben oder zu entziehen und eigene Rollen von Grund auf anzulegen.
Der Ablauf
- Bestehende Rolle als Vorlage nehmen. Eine neue Rolle auf Basis von Redakteur ist schneller gebaut als eine von null.
- Nur die nötigen Berechtigungen ergänzen. Jede zusätzliche Erlaubnis ist eine Entscheidung, keine Kleinigkeit.
- Mit einem Testkonto prüfen. Melden Sie sich in einem privaten Fenster mit der neuen Rolle an und schauen Sie, was im Backend erscheint.
- Dokumentieren. Notieren Sie, warum es die Rolle gibt. In zwei Jahren weiß das sonst niemand mehr.
Was Sie beachten sollten
Angepasste Rollen werden in der Datenbank gespeichert und bleiben bestehen, auch wenn das Plugin später deaktiviert wird. Das ist praktisch, kann aber zu Karteileichen führen. Räumen Sie auf, bevor Sie eine Erweiterung entfernen.
Prüfen Sie vor der Installation Aktualität und Support des Plugins. Eine Erweiterung, die tief in die Rechtevergabe eingreift, sollte gepflegt sein. Die Kriterien stehen bei den WordPress Sicherheits-Plugins.
Häufige Fragen zu Benutzerrollen
Ein Autor veröffentlicht seine Beiträge selbst und darf Medien hochladen. Ein Mitarbeiter schreibt nur Entwürfe, die jemand mit höheren Rechten freigibt, und kann keine Bilder hochladen. Die Rolle Mitarbeiter eignet sich für Gastautoren, deren Texte vor der Veröffentlichung gelesen werden sollen.
Im Backend nicht, die fünf Rollen sind fest hinterlegt. Mit einer Erweiterung für die Rollenverwaltung lassen sich einzelne Berechtigungen verschieben oder eigene Rollen anlegen. Änderungen werden in der Datenbank gespeichert und bleiben nach dem Deaktivieren des Plugins bestehen.
Wer nur eigene Texte schreibt, kommt mit Autor aus. Wer fremde Beiträge freigibt, Kategorien pflegt und Kommentare moderiert, braucht Redakteur. Administratorrechte sind für redaktionelle Arbeit nie nötig.
Über dasselbe Plugin, mit dem Sie sie angelegt haben. Weisen Sie vorher allen betroffenen Konten eine andere Rolle zu, sonst bleiben sie ohne Berechtigungen zurück und kommen nicht mehr ins Backend.
Die englische Bezeichnung für eine einzelne Berechtigung, etwa publish_posts oder manage_options. Eine Rolle ist eine Sammlung solcher Berechtigungen. In Plugins für die Rollenverwaltung begegnen Ihnen diese Bezeichnungen direkt.
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