WordPress Domain Mapping in der Multisite

Mit Domain Mapping bekommt jede Seite in Ihrem Netzwerk eine vollständig eigene Adresse. Seit WordPress 4.5 steckt die Funktion im Kern, ein Zusatz-Plugin brauchen Sie dafür nicht mehr. Diese Anleitung zeigt den Ablauf inklusive DNS und Zertifikat.

Was Domain Mapping bedeutet

Ein WordPress-Netzwerk vergibt seine Adressen normalerweise als Subdomain oder als Verzeichnis der Hauptdomain. Domain Mapping durchbricht das: Eine Netzwerkseite, die intern unter koeln.ihre-domain.de läuft, erscheint nach außen als ihre-koeln-domain.de. Technisch bleibt sie Teil desselben Netzwerks und derselben Installation.

Interessant ist das überall dort, wo Seiten organisatorisch zusammengehören, aber als eigene Marke auftreten sollen. Agenturen mit mehreren Kundenprojekten, Unternehmen mit mehreren Produktmarken oder Vereine mit eigenständigen Untergliederungen sind typische Fälle. Wer nach WordPress Multi Domain sucht, meint meist genau das.

Kein Plugin mehr nötig

Bis WordPress 4.5 brauchte es dafür eine Erweiterung, meist WordPress MU Domain Mapping. Seitdem gehört die Funktion zum Kern. Wenn Sie in älteren Anleitungen auf dieses Plugin stoßen, ist die Anleitung überholt. Bestehende Installationen mit dem alten Plugin laufen weiter, für neue Netzwerke gibt es keinen Grund mehr, es zu installieren.

Wie das Netzwerk selbst entsteht, steht im Überblick zu WordPress Multisite einrichten.

Drei Dinge müssen zusammenpassen

Die Domain am Server

Die zusätzliche Domain muss im Hosting auf dasselbe Verzeichnis zeigen wie die Hauptinstallation.

Das Zertifikat

Jede zusätzliche Domain braucht ein eigenes Zertifikat, sonst warnt der Browser vor der Verbindung.

Der Eintrag in WordPress

In der Netzwerkverwaltung tragen Sie die neue Adresse bei der jeweiligen Seite ein. Das ist der kleinste Schritt.

Eigene Domain einrichten: der Ablauf

1. Die Domain auf den Server holen

Legen Sie die zusätzliche Domain im Hosting-Panel an und geben Sie als Ziel dasselbe Verzeichnis an, in dem Ihre WordPress-Installation liegt. Läuft die Domain bei einem anderen Anbieter, tragen Sie dort die Nameserver Ihres Hosters ein oder setzen einen A-Record auf dessen IP-Adresse.

Warten Sie ab, bis die Domain im Browser bei Ihrer bestehenden Website landet. Erst dann ist der Weg frei.

2. Das Zertifikat ausstellen

Fordern Sie im Hosting-Panel ein Zertifikat für die neue Domain an. Die meisten Anbieter erledigen das über Let’s Encrypt mit wenigen Klicks. Dieser Schritt wird gern vergessen, fällt aber sofort auf, weil Browser sonst eine Sicherheitswarnung anzeigen.

3. Die Adresse in WordPress eintragen

Öffnen Sie die Netzwerkverwaltung und dort Seiten. Klicken Sie bei der gewünschten Website auf Bearbeiten. Im Feld Site-Adresse (URL) tragen Sie die neue Domain vollständig ein, mit https:// davor. Speichern.

4. Prüfen

Rufen Sie die neue Domain im Browser auf. Es sollte die Netzwerkseite erscheinen, mit Schloss-Symbol und ohne Warnung. Melden Sie sich anschließend im Backend dieser Seite an und speichern Sie die Permalink-Einstellungen einmal.

Kontrollieren Sie zum Schluss die Medien. Bilder, die vor der Umstellung eingebunden wurden, verweisen unter Umständen noch auf die alte Adresse. Ein Suchen-und-Ersetzen-Werkzeug für die Datenbank räumt das auf.

Ändern Sie die Adresse der Hauptseite eines Netzwerks nur mit Bedacht. Sie ist in der Datenbank an mehreren Stellen hinterlegt und betrifft das gesamte Netzwerk, nicht nur eine einzelne Website.

Was sich für Besucher ändert

Nach außen sieht die Seite wie ein eigenständiger Auftritt aus. Adresse, Zertifikat und Erscheinungsbild gehören zur neuen Domain, von der Netzwerkstruktur ist nichts zu erkennen.

Für Suchmaschinen zählt die gemappte Domain als eigener Auftritt. Sie baut ihre Sichtbarkeit selbst auf und profitiert nicht von der Hauptdomain des Netzwerks. Das ist der wesentliche Unterschied zur Verzeichnis-Variante, bei der alle Seiten auf dieselbe Domain einzahlen.

Achten Sie darauf, dass jede gemappte Seite nur unter einer Adresse erreichbar ist. Bleibt daneben die alte Subdomain oder das alte Verzeichnis aufrufbar, existiert derselbe Inhalt unter zwei Adressen.

Was im Betrieb dazukommt

Jede zusätzliche Domain bringt eigene Pflege mit:

  • Zertifikate laufen ab und müssen erneuert werden. Automatische Erneuerung sollte für jede Domain aktiv sein.
  • Suchmaschinen-Konten brauchen je Domain eine eigene Bestätigung, wenn Sie die Sichtbarkeit auswerten wollen.
  • Rechtstexte wie Impressum und Datenschutzerklärung gehören auf jede Domain, die eigenständig auftritt.
  • Weiterleitungen von der alten auf die neue Adresse, damit bereits verbreitete Links nicht ins Leere laufen.

Wer viele Domains mappt, sollte die Verlängerungstermine der Domains und Zertifikate an einer Stelle führen. Eine abgelaufene Domain nimmt die zugehörige Netzwerkseite mit vom Netz.

Wenn die Domain nicht greift

  • Die Domain zeigt die Hauptseite des Netzwerks: Der Eintrag unter Site-Adresse fehlt oder wurde ohne Protokoll gespeichert. Tragen Sie die Adresse vollständig mit https:// ein.
  • Der Browser warnt vor einer unsicheren Verbindung: Für die neue Domain fehlt das Zertifikat. Im Hosting-Panel nachträglich ausstellen.
  • Es erscheint eine Fehlerseite des Hosters: Die Domain zeigt nicht auf dasselbe Verzeichnis wie die Installation.
  • Nur die Startseite lädt: Permalinks im Backend der betroffenen Netzwerkseite einmal neu speichern.
  • Bilder fehlen nach der Umstellung: In den Inhalten stehen noch die alten Adressen. Mit einem Suchen-und-Ersetzen-Werkzeug für die Datenbank ersetzen.
  • Anmeldung schlägt fehl: Bei gemappten Domains laufen Login und Cookies teilweise über die Hauptdomain. Prüfen Sie die Konstanten für Cookies in der wp-config.php, wenn das Problem bleibt.

Häufige Fragen

Nein. Seit WordPress 4.5 gehört die Funktion zum Kern. Sie tragen die Adresse in der Netzwerkverwaltung bei der jeweiligen Seite ein. Das früher übliche Plugin WordPress MU Domain Mapping brauchen neue Installationen nicht mehr.

Ja, die Zahl ist technisch nicht begrenzt. Jede Domain muss allerdings im Hosting auf dieselbe Umgebung zeigen und ein eigenes Zertifikat haben. Rechnen Sie den laufenden Aufwand für Verlängerungen mit ein.

Sie sollte auf die neue Domain weiterleiten. Bleibt derselbe Inhalt unter zwei Adressen erreichbar, entsteht doppelter Inhalt. Richten Sie deshalb eine dauerhafte Weiterleitung von der Subdomain oder dem Verzeichnis auf die neue Domain ein.

Kaum. Für Suchmaschinen ist sie ein eigenständiger Auftritt und baut ihre Sichtbarkeit selbst auf. Wenn die Seiten gemeinsam stärker werden sollen, ist die Verzeichnis-Variante ohne Mapping die bessere Struktur.

Das ist möglich, aber deutlich heikler als das Mapping einer einzelnen Seite. Die Adresse steckt an mehreren Stellen in der Datenbank und in der wp-config.php. Legen Sie vorher ein Backup an und planen Sie Weiterleitungen für sämtliche bestehenden Adressen.

Weiterlesen

Überblick

Grundlagen und Einrichtung des Netzwerks in fünf Schritten.

WordPress Multisite einrichten

Subdomains

Wildcard-DNS und Zertifikate für seite.domain.de.

WordPress Multisite Subdomains

Verzeichnisse

Der einfachere Weg ohne DNS-Arbeit.

WordPress Unterseiten erstellen

Domains sauber aufschalten lassen

Wir übernehmen DNS, Zertifikate und die Umstellung im Netzwerk, damit jede Seite unter ihrer eigenen Domain erreichbar ist.