WordPress Multisite mit Subdomains einrichten
Bei der Subdomain-Variante bekommt jede Seite im Netzwerk eine eigene Adresse im Format seite.ihre-domain.de. Der entscheidende Schritt liegt vor WordPress: ein Wildcard-Eintrag im DNS. Diese Anleitung führt durch beides.
Wann Subdomains die richtige Wahl sind
Ein Netzwerk kann seine Seiten als Subdomain oder als Verzeichnis anlegen. Die Entscheidung fällt einmalig bei der Einrichtung und lässt sich später nur mit Aufwand ändern.
Subdomains eignen sich, wenn die Seiten nach außen eigenständig wirken sollen. Jede bekommt eine Adresse wie koeln.ihre-domain.de, was optisch und für Suchmaschinen ein weitgehend getrennter Auftritt ist. Passend also für Marken, Standorte oder Sprachversionen, die sich inhaltlich deutlich unterscheiden.
Wenn die Seiten dagegen als Teil eines gemeinsamen Auftritts wahrgenommen werden sollen, ist die Multisite mit Verzeichnis der einfachere Weg. Sie braucht keine DNS-Arbeit. Die Grundlagen zu beiden Varianten stehen im Überblick zu WordPress Multisite einrichten.
Die Wildcard-Subdomain anlegen
Damit neue Seiten sofort erreichbar sind, ohne dass Sie jede Subdomain einzeln auf dem Server anlegen, brauchen Sie einen Platzhalter-Eintrag. Er sieht so aus:
*.ihre-domain.de
Im Hosting-Panel tragen Sie bei der Subdomain schlicht ein Sternchen ein und geben als Ziel dasselbe Verzeichnis an, in dem Ihre WordPress-Installation liegt. Je nach Anbieter heißt der Bereich „Subdomains“, „DNS-Verwaltung“ oder „Domainverwaltung“. Technisch entsteht dabei ein A-Record oder CNAME auf den Namen *.
Wichtig ist, dass die WordPress-Dateien direkt im Stammverzeichnis der Domain liegen. Steckt die Installation in einem Unterordner, greift die Wildcard nicht wie erwartet.
Rechnen Sie damit, dass DNS-Änderungen nicht sofort überall ankommen. Meist geht es innerhalb weniger Minuten, in ungünstigen Fällen dauert es Stunden. Testen Sie deshalb erst weiter, wenn eine beliebige erfundene Subdomain wie test.ihre-domain.de im Browser bei Ihrer Website landet.
Und das SSL-Zertifikat?
Jede Subdomain braucht ein gültiges Zertifikat, sonst warnt der Browser. Ein einzelnes Zertifikat für die Hauptdomain reicht nicht. Sie brauchen ein Wildcard-Zertifikat, das für *.ihre-domain.de ausgestellt ist. Viele Anbieter stellen das über Let’s Encrypt kostenlos bereit, dafür ist allerdings eine Prüfung über den DNS nötig. Klären Sie das im Zweifel vorab mit dem Support.
Das Netzwerk mit Subdomains aufsetzen
Ist die Wildcard eingerichtet, folgen die Schritte in WordPress. Legen Sie vorher ein vollständiges Backup von Dateien und Datenbank an.
- Plugins deaktivieren. WordPress verlangt das vor dem Umbau.
- Netzwerkmodus freischalten. In der
wp-config.phpoberhalb der Zeile „That’s all, stop editing!“ ergänzen:define( 'WP_ALLOW_MULTISITE', true ); - Werkzeuge, Netzwerk-Einrichtung aufrufen und dort Subdomains wählen. Erscheint die Option nicht oder ist sie ausgegraut, findet WordPress keine funktionierende Wildcard. Gehen Sie in dem Fall zurück zum DNS.
- Die angezeigten Zeilen übertragen in
wp-config.phpund.htaccess. Die Werte sind auf Ihre Installation zugeschnitten, übernehmen Sie sie unverändert. - Neu anmelden und die Netzwerkverwaltung über „Meine Seiten“ öffnen.
Die erste Subdomain-Seite anlegen
In der Netzwerkverwaltung öffnen Sie Seiten und klicken auf Neu hinzufügen. Im Feld für die Adresse tragen Sie nur den vorderen Teil ein, also etwa koeln. WordPress ergänzt den Rest zu koeln.ihre-domain.de.
Vergeben Sie einen Titel, eine Administrator-Adresse und speichern Sie. Die Seite ist sofort erreichbar, ohne dass Sie am Server etwas anlegen müssen. Genau dafür war die Wildcard da.
Rufen Sie danach das Backend der neuen Seite auf und prüfen Sie die Permalinks. Speichern Sie die Permalink-Einstellungen einmal, falls Adressen nicht wie erwartet funktionieren.
Was bei Subdomains sonst zu beachten ist
Sichtbarkeit bei Suchmaschinen
Suchmaschinen behandeln eine Subdomain weitgehend als eigenständigen Auftritt. Sie baut ihre Sichtbarkeit selbst auf und profitiert nur begrenzt von der Hauptdomain. Wenn Ihre Seiten inhaltlich zusammengehören und gemeinsam stärker werden sollen, ist die Verzeichnis-Variante im Vorteil. Bei bewusst getrennten Marken ist die Subdomain richtig.
Nachträglich wechseln
Ein bestehendes Netzwerk von Subdomains auf Verzeichnisse umzustellen, geht nicht über einen Schalter. Es braucht Anpassungen in wp-config.php, Eingriffe in die Datenbank und Weiterleitungen für alle bisherigen Adressen. Treffen Sie die Entscheidung deshalb vorher.
Eine ganz eigene Domain
Soll eine Seite nicht unter einer Subdomain, sondern unter einer vollständig eigenen Domain laufen, geht das ebenfalls. Wie das seit WordPress 4.5 ohne Zusatz-Plugin funktioniert, steht unter WordPress Domain Mapping.
Wenn die Subdomain nicht funktioniert
- Die Option Subdomains fehlt bei der Einrichtung: WordPress erkennt keine Wildcard. Prüfen Sie den DNS-Eintrag und warten Sie die Aktualisierung ab.
- Die neue Seite zeigt einen Serverfehler: Der Wildcard-Eintrag zeigt auf ein anderes Verzeichnis als die WordPress-Installation.
- Der Browser warnt vor unsicherer Verbindung: Das Zertifikat deckt die Subdomain nicht ab. Sie brauchen ein Wildcard-Zertifikat.
- Nur die Startseite funktioniert, Unterseiten nicht: Die Permalinks der Netzwerkseite einmal neu speichern.
- Die Subdomain landet auf der Hauptseite: WordPress läuft nicht im Stammverzeichnis oder der Netzwerkmodus wurde auf Verzeichnisse gesetzt.
Häufige Fragen
Ein DNS-Eintrag mit einem Sternchen als Platzhalter, also *.ihre-domain.de. Er sorgt dafür, dass jede beliebige Subdomain auf dieselbe Installation zeigt. Ohne ihn müssten Sie jede neue Netzwerkseite zuerst von Hand auf dem Server anlegen.
Nein, ein Wildcard-Zertifikat für *.ihre-domain.de deckt alle Subdomains einer Ebene ab. Viele Hoster stellen das über Let’s Encrypt kostenlos aus, dafür ist eine Prüfung über den DNS nötig. Ohne passendes Zertifikat zeigen Browser eine Warnung.
Technisch ja, angenehm nein. Der Wechsel verlangt Änderungen in der wp-config.php, Anpassungen in der Datenbank und Weiterleitungen für sämtliche bestehenden Adressen. Planen Sie die Struktur deshalb vor der Einrichtung.
Schlecht nicht, aber anders. Eine Subdomain baut ihre Sichtbarkeit weitgehend eigenständig auf. Das ist gewollt, wenn die Seiten getrennte Zielgruppen ansprechen. Sollen sie gemeinsam stärker werden, sind Verzeichnisse die bessere Struktur.
WordPress prüft bei der Netzwerk-Einrichtung, ob eine Wildcard erreichbar ist. Findet es keine, bietet es nur Verzeichnisse an. Legen Sie den DNS-Eintrag an, warten Sie die Aktualisierung ab und rufen Sie die Einrichtung erneut auf.
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Wir richten Wildcard-Eintrag, Zertifikat und Netzwerk gemeinsam mit Ihrem Hoster ein, damit die erste Subdomain auf Anhieb läuft.


